Ausstellungen

Frankfurt – Auschwitz

Zivilcourage und Widerstand. Ein Bockenheimer Netzwerk

O = Frankfurt. Eine Zeitzeugendokumentation ohne Zeitzeugen

Synagogen in Deutschland – Eine virtuelle Rekonstruktion

Displaced Persons – Vom DP Lager Föhrenwald nach Frankfurt am Main

Ostend – Blick in ein jüdisches Viertel

Musik als Form geistigen Widerstands– Jüdische Musikerinnen und Musiker 1933 – 1945. Das Beispiel Frankfurt am Main.

Frankfurt – Auschwitz

Eine Ausstellung des Förderverein Roma e.V.

Die Ausstellung dokumentiert die Verfolgung und Vernichtung von Roma und Sinti im Nationalsozialismus und deren Wirkungsgeschichte bis in die Gegenwart. Dokumentiert wird der Prozess der Vernichtung in Frankfurt am Main, beginnend mit der Internierung der Familien in den dreißiger Jahren, der Rolle der Rassenbiologischen Institute in Frankfurt – später in Berlin – und ihrem Personal, spezialisiert auf die Erfassung, Vermessung und Kategorisierung der Minderheit. Dies war die Grundlage für die Deportation der Familien und ihrer Ermordung in den Vernichtungslagern.

Gezeigt wird die Kontinuität in der deutschen Nachkriegsgesellschaft. Überlebende Roma und Sinti waren nach 1945 in Frankfurt mit den TäterInnen konfrontiert, die bei der Stadt untergekommen waren – sie entschieden auch über ihre Entschädigungsanträge.

Zivilcourage und Widerstand. Ein Bockenheimer Netzwerk

Eine Ausstellung von Petra Bonavita

Die von der Soziologin Petra Bonavita kuratierte Ausstellung stellt die couragierte Tätigkeit eines Netzwerks um den Frankfurter Pfarrer Heinz Welke, das Ehepaar Kahl und Bürgerinnen und Bürgern aus Frankfurt-Bockenheim dar, die in den Jahren des 2. Weltkrieges Jüdinnen und Juden versteckten und ihre für die Verfolgten wie auch für ihre Helfer lebensgefährliche Flucht über die Grenze in die Schweiz organisierten.

O = Frankfurt. Eine Zeitzeugendokumentation ohne Zeitzeugen

Eine Ausstellung on Margarete Rabow

In der Ausstellung stellt die Künstlerin Margarete Rabow die Deportation des Polen Janusz Garlicki dar, der während des Warschauer Aufstandes 1944 in das KZ Buchenwald bei Weimar und von dort in das KZ-Außenlager „Katzbach“ in den Adlerwerken in Frankfurt verschleppt wurde. 1945 wurde er bei der Auflösung des Lagers mit hunderten anderen, vor allem polnischen Häftlingen zu einem Todesmarsch zurück nach Buchenwald und weiter zum KZ Dachau gezwungen, während dem er fliehen konnte. Als einer von wenigen Teilnehmern des Marsches überlebte er. Die Ausstellung nennt die Namen der Opfer aus Katzbach und vermittelt einen beklemmenden Eindruck vom bürokratischen Perfektionismus, der das Vernichtungswerk der Nazis begleitete.

Synagogen in Deutschland – Eine virtuelle Rekonstruktion

Die Ausstellung wurde vom Institut für Auslandsbeziehungen in Kooperation mit der Technischen Universität Darmstadt – Fachgebiet Digitales Gestalten entwickelt. Sie zeigt mit digitalen Technologien die virtuelle Rekonstruktion von mehr als 25 Synagogen, die zusammen mit vielen anderen 1938 im Novemberpogrom von Nationalsozialisten zerstört wurden.

Ziel der Ausstellung ist es, mit der Visualisierung der Synagogen den kulturellen Verlust und die städtebauliche Bedeutung der zerstörten Bauwerke zu veranschaulichen und die kulturelle Blüte jüdischer Gemeinden zu zeigen. Die Ausstellung führt die Besucher unweigerlich zu der Frage, warum es diese Bauwerke und ihre Gemeinden nicht mehr gibt. Geschichte wird durch emotionale Momente nähergebracht. Die digitalen Bilder vermögen Barrieren des Kennenlernens jüdischer Kultur abzubauen – der meist unbekannte Raum einer Synagoge kann auf diese Weise mit Virtual Reality erkundet werden.

Im ersten Teil werden der damalige gesellschaftliche und politische Kontext sowie das Ausmaß der Zerstörung gezeigt. Im zweiten Teil vermitteln Projektionen, Animationen und Virtual-Reality die zerstörte Pracht der Gotteshäuser. Ihre Architektur und Geschichte können Besucher:innen zusätzlich an Bildschirm-Arbeitsplätzen selbst erkunden.

Die Ausstellung richtet sich v.a. an Jugendliche und junge Erwachsene sowie alle Interessierte von Nah und Fern. Geplant sind fachkompetente Führungen.

Wir danken dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur, dem Kulturamt Frankfurt am Main, der Stiftung Polytechnische Gesellschaft, der Stiftung Citoyen sowie den vielen privaten Spendern für ihre großzügige Unterstützung. Dank der guten Zusammenarbeit vom Amt für Bau und Immobilien der Stadt Frankfurt und der Initiative 9. November e.V. konnte durch umfassende Brandschutzmaßnahmen die Nutzung des 2. Obergeschoss realisiert werden.

Weitere Informationen:
Der Kurator Dr. Marc Grellert erläutert bei der Eröffnung die Ausstellung

Displaced Persons – Vom DP-Lager Föhrenwald nach Frankfurt am Main

Eine Ausstellung von Iris Bergmiller-Fellmeth und Elisabeth Leuschner-Gafga

Die Ausstellung nähert sich der Geschichte jüdi­scher Familien in Frankfurt in der Nachkriegszeit gewissermaßen »von unten«, ist also wesentlich aus Berichten, Familienfotos und -dokumenten der Zeitzeug*innen der zweiten Generation hervorgegan­gen. Die Ausstellung zeigt, wie neu gekommene jüdische Einwohnerinnen in der Waldschmidtstraße nicht zurückgekehrte Frankfurter, sondern Über­lebende aus dem Osten Europas waren, die nach etlichen Jahren vor allem im DP-Lager Föhrenwald, dem größten in der amerikanischen Besatzungszone, 1956/57 von bayerischen Behörden Frankfurt zugewie­sen worden waren. Keiner von ihnen hatte ursprüng­lich im Land der Täter bleiben wollen; aus gesund­heitlichen, finanziellen oder beruflichen Gründen war aber eine Auswanderung nicht ermöglicht worden. Nachdem 1951 die administrative Zuständigkeit für Föhrenwald gewechselt hatte, erlangte mit Theodor Oberländer als Staatssekretär für Flüchtlingsfragen ein Nazi der ersten Stunde und im Krieg in anti­semitische Mordaktionen involvierter Täter die poli­tische Oberhoheit über das jüdische DP-Lager. Seine Laufbahn in der jungen Bundesrepublik steht exem­plarisch für zahllose Nachkriegskarrieren gerade im Beamten- und Justizapparat.

Circa 30 Familien kamen zusammen mit ihren zum Teil in Föhrenwald geborenen Kindern in die beiden Wohnblöcke der Nassauischen Heimstätte im Frankfurter Ostend. Die Ausstellung geht den Fragen nach, wie die Kinder der Holocaustüberlebenden ihre Kindheit und Jugend erlebt haben? Wie war eine Integration möglich vor dem Hintergrund dessen, was die Eltern erlitten hatten und die Generation der Täter beharrlich beschwieg? Welche Entwicklungen halfen, dieses Schweigen zu durchbrechen und gegen härte­ste Widerstände Aufklärung zu leisten? Warum sind die Erinnerungen der Zeitzeug*innen der ersten und zweiten Generation wichtiger denn je?

Ostend – Blick in ein jüdisches Viertel

Eine gemeinsame Ausstellung des Jüdischen Museums Frankfurt und der Initiative 9. November e.V.

Sie veranschaulicht die einzigartige Geschichte und Prägung des Ostends durch seine jüdische Bevölkerung. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts lebten in dem neu entstandenen Frankfurter Quartier liberale, konservative und orthodoxe Jüdinnen und Juden; ab den 1880er Jahren kamen jüdische Migrantinnen, Migranten und Flüchtende aus Osteuropa hinzu. Unterschiedliche Riten und religiöse Gebräuche
bestimmten den Alltag und das Stadtbild. Ab 1850 entstanden hier viele Einrichtungen der Israelitischen Gemeinde und der neu gegründeten Israelitischen Religionsgesellschaft. Mit Beginn der nationalsozialistischen Herrschaft wurde die Vielfalt jüdischen Lebens vor Ort systematisch zerstört und die Bewohnerinnen und Bewohner wurden verfolgt, vertrieben und ermordet.

Die deutsch- und englischsprachige Publikation „Ostend – Blick in ein jüdisches Viertel“ dokumentiert die Ausstellung in Text und Bild.

Führungen durch die Ausstellungen werden vom Jüdischen Museum veranstaltet, und finden während der Öffnungszeiten an jedem 2. Sonntag im Monat statt, weitere Informationen dazu finden Sie hier.

Musik als Form geistigen Widerstandes – Jüdische Musikerinnen und Musiker 1933 – 1945. Das Beispiel Frankfurt am Main.

Eine Ausstellung von Joachim-Carlos Martini und Judith Freise

Mit umfangreichem Bild- und Textmaterial aus in- und ausländischen Archiven zeichnen Martini und Freise die Geschichte der jüdischen Musikerinnen und Musiker und ihrer In­stitutionen in Frankfurt am Main und ihrer Entrechtung in der NS-Zeit nach­. Nicht weniger werden aber auch die Versuche dokumentiert, der Verfolgung eigene Widerstandsformen entgegenzusetzen. Der erste Band um­fasst ein einzigartiges Bildmaterial mit Hunderten von Abbildungen, ergänzt um eine Fülle informativer Texte und Dokumente. Hinzu kommen zahlreiche Musikerbiografien. Der zweite Band versammelt eine große Auswahl von An­kündigungen, Artikeln, Rezensionen, Registern u.a.m., insbesondere aus dem Frankfurter Israelitischen Gemeindeblatt 1933-1938.